FERIENDORF AICHAU

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Die Leiden des Karl, oder wie aus einem Haflinger ein Rennpferd wird

RauchzeichenLeider wurde daraus keine Frohbotschaft, sondern eine Leidensgeschichte. Im christlichen Abendland aber nicht verwunderlich.

Zwischen dem Umspannwerk Bergern über die EVN-Dienstselle Kleinpöchlarn bis zum Umspannwerk Am Schuss bei Weiten verläuft im obersten Blitzableiterkabel in dessen Seele eine Glasfaserdatenautobahn.
In Aichau verläuft in der Kanaltrasse ebenfalls eine solche. Die Verbindung zwischen diesen beiden Autobahnen war im Jahr 2005 über Funk eine breite Landstraße, die aber wesentlich komfortabler und leistungsfähiger war als alle Karrenwege, die zuvor nach Aichau führten. Internet über Mobilfunk (Handies) gab es damals noch gar nicht, das höchste der Gefühle war ISDN.
Inzwischen hat sich der technische Fortschritt rasant entwickelt, unsere Landstraße wurde zwar deutlich verbreitert, aber mit der Zeit ist sie im Vergleich zu den Verbindungen in den Städten zu einem Feldweg verkommen, auf dem es recht holprig dahinging. Die Datenpakete wurden immer größer, der Verkehr nahm zu und unser Feldweg war heillos überfordert.
Am 17.6.2013 sollte eine neue, wesentlich leistungsfähigere Verbindungsstraße in Betrieb genommen werden. Ein direkter Autobahnanschluss, vergleichbar dem Autobahnkreuz Voralpen zwischen A1 und A9 ist damit zwar noch nicht gegeben, aber ähnlich der Autobahnabfahrt Melk bis Emmersdorf. Doch kurz nach der Eröffnung kam es zu einem schweren Unfall auf dem

Pannenstreifen
Leider war in der neuen Verbindungsstraße zwischen den beiden Datenautobahnen ein großes Schlagloch.
Montag 17.6. früh funktionierte wieder einmal das Internet nicht. Daher einer meiner vielen Anrufe beim Helpdesk von wavenet/Kabelplus unter 0820 20 30 50. Nach kaum 5 Minuten Warteschleife mit "Für Elise" meldet sich ein Techniker. Ich sage mein gewöhntes Sprücherl auf: "Kundennummer 144352, Knotenpunkt Dölla KP 156, was ist mit der Verbindung los?"
"Wassergenossenschaft Aichau? Ich sehe den Sender nicht auf meiner Anzeige. Vielleicht wurde er schon abmontiert." Aha, denke ich mir, das war ja eigentlich erst für morgen geplant und vereinbart. "Ihr wavenet-Partner wurde informiert". Aha, denke ich mir erneut, alle wurden informiert, nur ich als Kundenvertreter, der seine Telefonnummer angegeben hat, nicht.
Meine restlichen Gedanken sind leider nicht druckreif.
Dann denke ich mir, fährst nach Dölla und schaust nach, was da los ist.
Dort sehe ich die beiden Monteure gerade beim Abschluss ihrer Arbeiten. Sie hatten die alten Sender bereits abgebaut und die neuen schon montiert, einer machte noch ein Abschlussfoto vom gelungenen Meisterwerk. Dann rief er in der Zentrale an und meldete, dass alles fertig wäre und der Sender freigeschaltet werden könne. Auf meine Fragen wegen der paar Bäume, die im Verlauf unserer Funkstrecke liegen, meinten sie nur, das wäre kein Problem, sie hätten schon schwierigere Strecken überwunden. Erfreut und erleichtert fahre ich heim und rufe bei unserem wavenet-Partner WS-Technik in Klein Pöchlarn an und bitte, ob man den zuvor für Dienstag 14 Uhr vereinbarten Termin nicht nach vorne verlegen könnte. "Ich bin leider alleine im Geschäft und kann nicht weg." Inzwischen läutet die Mittagsglocke in Aichau. "Könnten sie nicht nach der Arbeit kurz vorbeikommen, es ist ja eh schon alles montiert, seien sie doch so flexibel und nett, es dauert ja nicht lange". Er ließ sich überreden.
Danach fahre ich zu Roswitha und montiere den dort nicht mehr benötigten Konverter ab. Roswitha lädt mich zum Essen ein, ich unterhalte mich mit den Rotters über neue Luftbildaufnahmen von Aichau. Am Heimweg treffe ich noch Andreas und Erna und erzähle stolz die Neuigkeiten. Paul und Robert informiere ich telefonisch. Dabei "klopft" es am Telefon. Ich rufe zurück und es meldet sich der Techniker von WS. "Mein Kollege ist früher heimgekommen, ich kann gleich losfahren". Juchu!
Gegen 15:45 war er dann da. Laptop angeschlossen und die geheimnisumwitterte Prozedur begonnen. Sendersuchlauf. Drei Sender werden erreicht, zwei mit Namen "Proebing". Mir schwant schon Schlimmes, die können nicht einmal Ortsnamen richtig schreiben. Kein Dölla, oder Doella. Die Verbindung ist einfach zu schwach. Techniker will nach der Ausrichtung der Antenne sehen und ein Stromkabel haben. Nach drei Ausstiegen bei schwüler Hitze über mein Dachfenster und Ruckeln an der Antenne keine Besserung an der Funkverbindung. Techniker spricht mit wavenet und ist danach ratlos. Dann rufe ich wieder meine lieben Freunde bei wavenet an, diesmal nur 1 Minute Elise. Der erzählt mir dann wieder die sattsam bekannten Technikmärchen, ich übergebe mich beinahe, aber nur das Handy an den Techniker. Das Ende vom Lied: Der Sender KP 157 (unser neuer Zugang?) ist über das Firmennetz nicht erreichbar.
Ich bohre weiter: Und was bedeutet das?
"Sie schicken einen Techniker hin."
Wie lange wird das dauern?
"Weiß ich nicht, vermutlich einen Tag"

Nach rund einer Stunde: Herunterfahren, zusammenpacken und "Auf Wiedersehen".
Service Made in Austria.

Kaum habe ich das fertig geschrieben, ruft mich jemand gegen 18:30 Uhr vom Burgenland aus an (Kabelplus) und sagt, er unterstütze nur die Damen vom Helpdesk und käme selbst wie das Kind zur Jungfrau. Wir lachen beide über das verdehte Sprichwort und ich erzähle ihm dann die Geschichte vom heutigen Umbau, dass eigentlich eh schon alles montiert ist, nur noch nicht läuft.
"Es wird sich jemand im Laufe der Woche darum kümmern. Ich habe mich da eh sehr vorsichtig ausgedrückt."
"Wie bitte? Sie werden doch nicht meinen, dass es auch 14 Tage dauern kann?"
Wir haben dann beide herzlich gelacht und uns verabschiedet.
Der erste Tag.

Dienstag
Stefan hat mich am Vormittag angerufen und sich nach der Internetverbindung erkundigt, weil er nämlich dringend eine Meldung an die AMA absetzen müsste. Danach piepst mein Handy nach Strom und es geht weiter mit der Geschichte von der verflixten Ladestation. Nach geglücktem Fund und Aufladung rufe ich wieder bei wavenet an. Es ist derselbe nette Herr von gestern dran (haben die nur einen?) und ich erkundige mich nach dem Stand der Dinge. Er braucht noch einige Zeit für Recherchen und wird mich zurückrufen. Nach wenigen Minuten läutet es wieder. In zwei Telefongesprächen von insgesamt kaum 10 Minuten kann man allerhand Informationen austauschen. In ungeordneter Reihenfolge:
Der gestern erwähnte Sender KP 157 steht in Urthaleramt/Fünfling, also hinter den 7 Bergen bei St. Oswald.
Aus Proebing wird Poebring gemacht werden.
Unser Anschlusspunkt KP 156 in Dölla wird weiterhin KP 156 heißen.
Kabelplus wird sich mit unserem/ihrem Vertragspartner ins Einvernehmen setzen.
Ich ersuche noch, mich als Kunden in die löchrige Kommunikationskette zwischen Kabelplus, WS und deren Techniker einzubinden. Ende der Durchsage gegen 12:05 Aichauzeit. Außentemperatur übersteigt gerade 30°C.

Rund um 13:45 ruft mich Robert an und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Er verwickelt mich wieder in Diskussionen über Netzwerknamen und andere Dinge, die ich nicht, oder nur ansatzweise verstehe. Nach längerer Zeit dringe ich doch bei ihm durch, erzähle die bisherige Geschichte in Langform und gebe ihm die Telefonnummer von wavenet, unsere Kundennummer und den KP 156 und den Namen des Vertragspartners und so weiter. Die Diskussion über Zuständigkeiten, wer für was und wie und wo, erhitzt nur mein bereits angespanntes Gemüt zusätzlich. Ich wünsche ihm nur herzliches Telefonieren mit wavenet und WS und lege entnervt auf. Logbucheintrag 14:01 Aichauzeit.

Kurze Zeit später ruft mich Robert an und erzählt mir den Text vom Ansageband der Fa. Weiß WS-Technik, niemand erreicht. Endlich machen auch andere meine trüben Erfahrungen.
Kaum ist das Gespräch beendet, ruft Paul an und erkundigt sich auch nach dem Stand der Dinge. Ich erzähle die Langform meiner bisherigen Logbucheinträge. 14:37 32,8°C

14:50 Gespräch mit Herrn Weinstabl von WS unter 0664 9686168 Die beiden Sender in Dölla heißen in Zukunft Poebring xy.
Sein Chef meint, unser Gerät wäre zu schwach, ein stärkeres sei bestellt. Er hat ihm auch gesagt, was "dahinter hängt", er wird sich also beeilen. 15:09 33,3°C LF 53%
Der zweite Tag.

Mittwoch
11:20 Telefonat mit Herrn Weinstabl von WS-Technik über Festnetz 07413 7015. Er wird morgen mit einer USV (Unabhängige Stromversorgung, sprich Akku) und einer Antenne in die Nähe des Senders fahren, diese dort konfigurieren (einstellen) und dann an meinem Rauchfang montieren. So sollte dann alles klappen. Das wurde auch schon woanders so gemacht, sollte also auch bei uns funktionieren. Hoffen wir es. Diese Variante haben sie von einem anderen Wavenetpartner erst gestern erfahren, sonst hätten wir das ja schon am Montag so machen können. Man lernt eben nie aus. Nur Geduld bringt Rosen.
11:45 30°C LF 63%
Kurz darauf besucht mich Franz. Die Sache mit dem AMAmelden ist nicht so dringend. Das Kalb von der Vorwoche hat er noch vor seiner Operation gemeldet, das vom Dienstag hat eine Woche Zeit.
Der dritte Tag.

Donnerstag
Aichau ist den vierten Tag offline. Bisher keine sonstigen Meldungen und Anfragen aus der Bevölkerung.
Gegen 11:30 ruft mich Robert an und erzählt mir wieder allerhand über Parabol- und Yagiantennen und meint, dass das was WS derzeit vorhat, ohne eine vernünftige Antenne nicht funktionieren wird. Ich meine, dass wenigstens die Verbindung, so langsam sie auch immer sein mag, wieder hergestellt werden sollte und bin guter Hoffnung, dass es funktionieren wird. Danach sollten wir über eine bessere Verbindung nachdenken. Über Gasthaus Hirsch, den Weinberghof usw.
11:55 31,3°C LF 59%
Nachmittags gegen 14 Uhr kommt Herr Weinstabl von WS während ich gerade mit Robert oder Paul telefoniere. Er hat eine Parabolantenne mit und wir fahren nach Dölla und er stellt sie dort ein. Danach nach Aichau und er aufs heiße Dach, die andere Antenne abgezwickt und die neue montiert. Mehrere Versuche für die beste Verbindung, aber irgendwann reicht es aus. Zwar nicht gut, aber es geht so halbwegs.
Den Rest kann ich nur in Kurzform schildern. Telefonate mit Paul wegen der Firewall, dann Probleme mit einem netzinternen Router, der die Konfiguration stört, dann wieder zu mir und Nachsehen, ob Internet geht. Geht aber nicht, weil Glasfaserkabel vertauscht sind. Geht danach aber noch immer nicht. Telefonat mit Paul, der meint, mein CAT5anschluss könnte schief gedrückt worden sein (war ja schon einmal). Techniker wieder hinunter in die Zentrale. Es war wirklich so. Dann funktioniert aber alles. Zwei von mir durchgeschwitzte Handtücher hängen über den Sessellehnen.
16:50 Ende der Prozedur, ich bedanke mich beim Techniker, gebe ihm noch € 20 Schmattes und fahre dann zu Kernstock und zum Hirsch. Nicht einmal im Wirtshaus hat man Ruhe, Robert und Paul rufen an. Jeweils Erfolgsmeldung abgesetzt, der Rest erfolgt mündlich am Wochenende.
Um 16:52 hatte es 35,2°C.
Der vierte Tag. Ende der Genesis.

Die schönsten Geschichten schreibt halt doch noch immer das Leben.
Ich hoffe, ihr habt wieder mehr Freude am Internet mit der höheren Leistungsfähigkeit und die Probleme der Vergangenheit geraten bald in Vergessenheit.

Fortsetzung folgt ....

Robert's Antennenstudien (oder: I schau di ned au, i wü di gor ned segn, i dra mi weg, eigentlich hob i di no nia gsegn)

Zwischendurch ein kleines Rätsel zur Einstimmung:

Wenn die linke Antenne Richtung Pöbring schaut, wohin schaut dann die Rechte?

Senderstandort P1040757

Lohsdorf? - Nein, Lohsdorf und Aichau haben Platz getauscht! Man muss sich ja schließlich nach der Antenne richten!

Und weiter geht's:

warteschleifeAnruf Sonntag 23.6. 10:32 Aichauer Ortszeit bei wavenet.
Nur ganz kurz "Für Elise", zwei Durchsagen, zuerst einmal eine weibliche Stimme, dann nur einmal eine männliche. Kurz danach meldet sich eine jung klingende weibliche Stimme. "Womit kann ich ihnen dienen?" und nennt auch ihren Namen, den ich aber nicht verstehe. Ich bin eine so kurzfristige Annahme meines Anrufes nicht gewöhnt und reagiere etwas erschrocken.
Ich sage wieder einmal unsere Kundennummer durch und will mich über den KP 156 erkundigen.
"Tut mir leid, da kann ich ihnen keine Auskunft geben, darauf habe ich keinen Zugriff. Die zuständigen Herren kommen erst um 13 Uhr." Ende der Durchsage, Danke gesagt und aufgelegt. Eines meiner kürzesten Telefonate mit wavenet ever.
Nachher denke ich mir: Karl, was hast du dir eigentlich erwartet? Irgendwen Kompetenten am Sonntagvormittag zu erreichen? Träumst du wirklich noch von warmen Eislutschkern?

Kurz dann nach 11 Uhr läutet das Handy, am Display nur Nummer, kein Name. Es meldet sich Herr Rosenitsch von Kabelplus, den ich gestern abend angerufen habe, weil ich ihm mitteilen wollte, dass das Internet bei uns jetzt funktioniert. Wir unterhalten uns köstlich über alles Mögliche, über Jungfrau und Kind. Seine Vorfahren sind Kroaten und bei ihnen zuhause Nähe Mattersburg (10 km) wird heute noch Kroatisch gesprochen. Er organisiert auch Treffen im Wirtshaus, wo sich die ältere Generation, zwischen 60 und Verwesung monatlich trifft, die alten Lieder singt und Tamburizza spielt.
Wie wäre ich sonst dazu gekommen, wenn alles glatt gelaufen wäre? In jedem Schlechten liegt auch was Gutes, man muss es nur sehen.

14:09
Derzeit sind alle Telefone aktiv. Bitte haben sie noch ein wenig Geduld. Ich sage wieder mein Sprücherl auf und will wissen, wie unser Sender jetzt heißt. Ich will auch wissen, wie die Partnerfirma heißt, die den für uns zuständigen, aber nicht genau treffenden Sender montiert hat. Der freundliche Herr, diesmal ein anderer sieht auch nicht weiter, nur eine interne SSID, die er mir nicht mitteilt, weil wir damit ja nichts anfangen können. Er wird es an den Second Level weitergeben und der wird mich morgen anrufen. Wer will da noch in ein Kabarett gehen?

Montag 24.6. 10:57
Nach nur 3 Minuten Elise und dem Warteschleifentext: "Willkommen bei der Servicehotline bei Kabelplus. Ihr Anruf ist uns wichtig. Derzeit sind alle Telefone aktiv. Einer unserer Mitarbeiter wird ihren Anruf in Kürze entgegennehmen. Bitte haben sie noch ein wenig Geduld". Geduld habe ich inzwischen gelernt, dann meldet sich ein Herr Haslinger. Nach Durchsage der Kundennummer möchte ich wissen, wie die Firma heißt, die den Sender in Dölla montiert hat. Da muss er in einer Liste nachsehen, sieht aber nur die Fa. WS-Technik. Die kann es nicht sein sag ich, die wussten nicht einmal, wo der Sender steht. Drum bin ich am Donnerstag ja mit dem Herrn Weinstabl dort hingefahren. Unser Sender heißt KP 42-1 und noch immer Proebing. Ich buchstabiere das Wort und sage, dass das "R" hinter das weiche B gehört. Warum hört mir nie jemand zu? Ich locke ihn auch noch auf unsere website und dort auf der Datenautobahn ganz hinunter, damit er auch sieht, wovon ich spreche.
Dabei erfahre ich auch, dass ich gestern mit einem Herrn Segal telefoniert habe. Er wird meine Anliegen weiterleiten und man ruft mich zurück. Inzwischen läutet wieder einmal die Mittagsglocke und es hat seit Samstag rund 61 mm geregnet. Temperatur 11,8°C

13:50 Neuer Versuch
Nach zwei Minuten ist Elise so heiser und leise, dass sie kaum mehr zu hören ist. Dann vertröstet mich wieder dieTelefonstimme.
Meine Geduld wird wieder gehörig strapaziert. Ist meine Handynummer schon auf einer Watch- oder Blacklist? Nach rund 8 Minuten meldet sich ein Herr Makulke und ich erzähle ihm auch noch das gleiche, wie Herrn Haslinger am Vormittag. Herr M. erzählt mir, dass schon ein "Ticket" beim Second Level liegt. Er wird noch eines schreiben. Zur Frage nach der Verbindung meint er nur "grenzwertig". Ich locke ihn auch noch auf meine Leidensgeschichte, damit er sieht, was ich meine. Zur Frage nach der Montagefirma kann er mir auch nicht mehr sagen. Keiner weiß da, wer wo für was zuständig ist. Die Geschichte wird immer skurriler. Sind wir schon in Kafkas Schloss?
Es ist jetzt 14:13 12,3°C, Regensumme 64,4 Liter und ich warte auf den Anruf vom Second Level. Vielleicht sitzt dort ein Kompetenter. Ich fürchte aber, der wird mich auch wieder mit technischem Kleinkram zuschütten.

Gegen 14:20 wage ich einen weiteren Versuch und rufe bei WS-Technik an. Es meldet sich wieder ein Herr Wasch, der aber
Weinstabl heißt. Ich frage ihn, ob er oder sein Chef vielleicht wüssten, wie die Montagefirma heißt, die den Sender gebaut hat. Er kann mir auch nicht weiterhelfen und meint nur, dass sie froh wären, wenn sie von wavenet ihre Montage-, sprich Einrichtungsaufträge rechtzeitig bekämen.
Angesichts dieser Sachlage ist es direkt ein Wunder, dass wir wieder online sind. Ich warte halt weiter auf den Second Level, oder soll ich Herrn Rosenitsch anrufen? Von meinen 1000 Freiminuten müsste noch was übrig sein.

Kaum habe ich das getippt, ruft doch tatsächlich der Second Level von wavenet an. Ein Herr Korditsch klingt sehr kompetent und horcht sich geduldig meine Leidensgeschichte und sieht sie sich im Internet an. Wir unterhalten uns ausführlich über unsere Anbindung, die Geschichten vom Anfang, wie es dann besser, aber auch wieder schlechter wurde. Wie und warum die anderen Kunden wegbrachen. Wir sind die einzige Kundschaft an diesem Standort noch, aber auch nur, weil wir am Ende aller Leitungen liegen. Nur Payerstetten und Kernstock sind ähnlich schlecht dran.
Er wird sich drum kümmern, dass die Antenne in unsere Richtung zielt und dann sollte die Leidensgeschichte ein glückliches Ende finden. Vielleicht noch diese Woche. Name und Nummer der Montagefirma kann oder will er mir auch nicht sagen. Zum Abschluss sagt er mir noch zu, dass er mich morgen wieder anrufen wird.
15:22 12,4°C 65,2 Liter Regen

Dienstag 25.6. 12:01 Herr Korditsch vom SL ruft mich an und erzählt, was inzwischen veranlasst wurde. Die Sendeleistung war ihrerseits nicht vollständig ausgereizt und wurde erhöht. Der Sender ist auf einer 100 kV-Leitung montiert, da kann man nicht einfach so kurz auf dem Heimweg was machen, die muss aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Außerdem gäbe es zahlreiche Krankenstände. Es werde daher Anfang Juli werden, bis die Antenne richtig justiert werden kann.
Der Geschwindigkeitstest, den ich kurz vor Mittag gemacht habe, hat gezeigt, dass die Geschwindigkeit bei 16 Mbps down und
2 Mbps up und damit im vertraglich vereinbarten Bereich liegt. Gestern bei Regen war der downstream deutlich darunter. Hoffen wir also auf Schönwetter. 79,4 Liter seit Samstag sind ja reichlich genug.

Montag 8.7. rund um 11 Uhr. Ich rufe die EVN-Dienststelle in Kleinpöchlarn unter 07413 8316 an höre mir die Ansage der automatisierten Vermittlung an und drücke dann die 0 für Vermittlung und es meldet sich sehr rasch eine junge Dame und ratscht eine unverständliche Begrüßungsformel mit vermutlich auch ihrem Namen herunter. Diese Formel endet mit dem sattsam bekannten "Was kann ich für sie tun?" Ich erkundige mich, ob ich mit Kleinpöchlarn verbunden bin, nein sie sind in Maria Enzersdorf. Worum gehts denn? Ich erzähle das mit dem Hochspannungsmasten und unserem Sender für das Internet. Die Dame kennt sich aus und sagt, Moment, ich verbinde sie mit Kabelplus. Uijegerl denk ich mir, das kann wieder dauern. Ich schließe vorsichtshalber mein Handy am Ladegerät an. Es erklingt aber diesmal nicht Elise, sondern ein moderneres Gedudel und "Ihr Anliegen ist uns wichtig". Nach kaum einer ganzen Runde in der Warteschleife meldet sich ein junger Mann, der mich ebenfalls mit einem unverständlichen Redeschwall begrüßt. Ich frage ihn nach seinem Namen und ob ich eh mit Kabelplus verbunden bin. Sein Name ist Holub. Kundennummer angesagt und die Geschichte mit dem Sender und der grenzwertigen Verbindung erzählt. Er sieht das auch auf seinem Bildschirm. Ich sehe auch, Herr Korditsch hat da noch ein Ticket, das ist noch offen. Für alle, die nicht wissen, was ein offenes Ticket ist. Na, das ist ungefähr so etwas, wie ein unerledigter Arbeitsauftrag, oder Akt. Auf elektronischer Basis eben, wie eine ungeöffnete email. Er wird zu Herrn Korditsch hinübergehen und ihn fragen. Das beruhigt mich sehr, da gibt es noch persönliche Kontakte und Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Kurze Zeit später ruft mich Herr Holub zurück, Herr Korditsch ist gerade in einer Besprechung und er hat ihm ein Post-it, also so einen kleinen gelben Zettel auf den Bildschirm geklebt. Herr Korditsch wird mich zurückrufen. Gesamtgesprächsdauer deutlich unter 10 Minuten, für die Niederschrift brauche ich wesentlich länger.

Dienstag 9.7. 13:40 Ich rufe Herrn Korditsch an, weil er sich bisher noch nicht gemeldet hat, komme kurz nach Elise zu einem Herrn Stejskal. Nenne meine Kundennummer und erzähle ihm kurz von gestern, das Gespräch mit Herrn Holub. Er meint dann nur kurz: Hmmmh. Er hat Herrn Korditsch gerade erst gesehen und wird zu ihm hinübergehen und er, oder Herr Korditsch mich dann zurückrufen.
13:57 Rückruf durch Herrn Stejskal. Leider steht derzeit kein Personal zur Verfügung, um den Sender genauer zu justieren und Herr Korditsch kann auch nicht sagen, wann es soweit sein wird. Er kann leider auch den "Zeithorizont" nicht eingrenzen, weil er darauf keinen Zugriff habe. Ist eben eine Fremdfirma im Auftrag von Kabelplus denke ich mir wie bisher. Herr Stejskal sagt noch,dass die Verbindung seit der Erhöhung der Sendeleistung wesentlich besser wäre. Das bestätige ich, aber bei Starkregen und Gewitter wäre es schon noch suboptimal.
Ich ersuche noch, ins Ticket hineinzuschreiben, dass mich die Antennenbaufirma vorher anrufen soll, damit ich ihr die richtige Richtung anzeigen kann. "Ruft vorher Karl an!"
Im Nachhinein ärgere ich mich ja selbst über mich. Ich war am bewussten Montag 17.6. ja in Dölla und habe mir gedacht, die Richtungen sehen mir etwas eigenartig aus. Die Monteure meinten aber, die Sender haben eh einen Abstrahlwinkel von 120 Grad, das würde schon funktionieren. Mir war eigentlich nur um die seit 2005 gewachsenen Bäume und ob die ein wesentliches Hindernis wären. Die vorherige Antenne/Sender war entweder ein Rundstrahler, oder besser nach Aichau ausgerichtet. Die Antennenbaufirma, deren Monteure haben 2013 die neuen keulenförmig wirkenden Sender irgendwie aufgebaut, ohne sich weiter dabei was zu denken. Ihr Montagebus war weiß ohne Firmenaufschrift, nur mit W-Kennzeichen, keine Firmenkluft, oder zumindest Leiberl. Ich hätte nur einen von den beiden wieder auf den Mast jagen sollen und uns allen, vor allem mir wäre viel erspart geblieben. Ich werde daher noch einmal bei Kabelplus anrufen und diese Antennenbaufirma herauskitzeln.
14:32 Alle Leitungen sind aktiv, ich höre 3 Runden Elise, dann meldet sich ein Herr Mayerhofer, den kenne ich schon von früher. Herr Mayerhofer erklärt mir, dass die Antennen durch Kabelplus errichtet, montiert werden. Also doch keine Fremdfirma, wie ich bisher immer vermutet hatte. Er weiß aber auch nicht, wer von denen dort war. Ich gebe noch zu bedenken, dass es doch einen Dienstplan geben werde, wo sich nachschauen lässt, wann wer wo in Außendienst war. Das war zumindest bei mir als Beamten so üblich. Er wird sich bemühen und ich werde weiter warten. WWW, oder doch weh, weh, weh?

Mittwoch 10.7. Heute lasse ich Kabelplus in Ruhe und schreibe vorerst eine Antwort auf Roberts email, er meint nämlich: "Die Typen drücken sich herum, das ist nicht zum Aushalten". Was machen diese Leute denn, wenn das Senderkastl kaputt wird? Sagen sie dann auch, sie hätten noch keinen „Zeithorizont"? Ist es so schwierig, wenn man einen Fehler macht, dazu auch zu stehen? Aber: „Ihr Anliegen ist uns wichtig"! Man kann es klar erkennen!
Irgendwie bist du zu bedauern – Karl!"
Ich schreibe ihm zurück: "Ich sehe die ganze Geschichte ja nur mehr als Humoreske, nein eher als Farce. Ich bin denen ja irgendwie dankbar für den Stoff, den sie unfreiwillig für meine Geschichte liefern. "Sowas lässt sich nicht erfinden, nicht einmal von unserem Etablissement" hieß es einst in der Sendung Watschenmann. Ich bin jedenfalls gespannt, wie das noch weiter- und ausgehen wird." Den technischen Rest unserer Unterhaltung lasse ich hier geflissentlich aus.

Dann schreibe ich eine email an den kundenservice@kabelplus.co.at unter dem Betreff: "Ich habe alles schon hinter mir"
"Meine Kundennummer lautet: 144352
Die Geschichte habe ich hier schon abgelegt: http://www.aichau.net/aichauneu/index.php/geschichten
Eine Frage hätte ich noch: Wann werdet ihr endlich den angerichteten Schmarren verspeisen?
Kontaktformulare hasse ich: "Hier finden Sie Hilfe, Antworten und die richtigen Ansprechpartner. Falls Sie persönliche Beratung
wünschen, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus, und wir melden uns bei Ihnen.
Technische-Servicehotline
Ihnen ist eine Bildstörung aufgefallen, Sie haben Probleme mit Ihrem Internet oder generell mit Ihrem Anschluss.
Unsere Servicehotline ist von Montag bis Sonntag rund um die Uhr für Sie da. 0820 20 30 50"
"Ich kenne inzwischen die halbe Mannschaft. Irgendwann ist es es auch mir genug.
Könnten wir das Problem vielleicht noch im Laufe deser Woche erledigen?
Mit noch geduldigen Grüßen
Karl Walchshofer
Wassergenossenschaft Aichau"
WWW. Wir warten weiter.

Gegen 16:30 ruft mich Herr Kordic an, er dürfte mein email an den Kundendienst von 15:45 schon gelesen haben und ist trotzdem noch sehr freundlich. Wir unterhalten uns über viele Dinge, wie das ist mit den Sendern auf den Hochspannungsgittermasten und die erforderliche Abschaltung zur Montage und dass die EVN eben ein Dinosaurier wäre. Er bedauert unseren Vorfall und dass es eben in der Summe eine seltene Erscheinung wäre. Bezüglich der Einrichtung des Senders werde ich sicher informiert werden, es könne aber auch Anfang August werden. Der nächste "Zeithorizont" tut sich auf!
Abschließend sage ich noch, dass ich wüsste, dass wir eine Grätzn wären, worauf er meint, das haben jetzt aber sie gesagt. Die haben auch noch Humor.

AntennenachherSamstag 13.7. nachmittags
Ich fahre nach Nasting, wo Franz und Stefan gerade eine Trasse für einen Forstweg freischneiden, zufällig kommt auch Robert vorbei. Wir besprechen die bisherigen Probleme wegen der Internetanbindung und über eine mögliche Anbindung des Hochbehälters Weinberg/Dölla an das Überwachungsnetz der Wasserversorgung für die Gemeinde. Danach schlage ich vor, wir sehen uns die Situation in Seiterndorf an und wie leicht es damals dort gewesen und auch heute noch wäre, dieses Dorf und viele andere von da aus, auch Aichau mit Funkinternet zu versorgen.
Dann fahren wir nach Dölla. Wie ich zum Mast schaue, traue ich meinen Augen kaum. Der Sender nach Aichau ist schon in unsere Richtung eingerichtet und der nach Pöbring zeigt auch noch immer dorthin. Es geschehen also doch noch Zeichen und Wunder!
Die Mannen können doch noch selbst Karten lesen und brauchen keinen Einweiser. Verständigt wurde ich "natürlich" nicht, nicht einmal ein entgangener Anruf. Ohne die Darstellung im Internet mit den Bildern von Robert wäre es sicher nicht so leicht gewesen. Warum also nicht gleich?

Am Heimweg schaue ich noch bei Andreas vorbei und hole die Rechnung von WS-Technik ab. Die darin ausgewiesene Summe und die Arbeitszeit irritieren mich doch ziemlich, andererseits passt das genau in diese ganze Geschichte. Die Antenne ist deutlich teurer als man sie sonst im Internet kaufen kann. Na gut, sie sollen ja auch was verdienen. Zusätzlich sind aber noch 5 Stunden Arbeitszeit für Herrn Weinstabl und Kilometergeld in Summe € 293.- + 20% MwSt. enthalten. Herr Weinstabl verbrachte sicher sehr viel Zeit mit der Einrichtung unserer Antenne, für Demontage der optimal eingerichteten und Montage der neuen auf meinem Rauchfang. Für die Fehlersuche in unserem Dorfnetzwerk würde ich mit Nachsicht aller Taxen 1 Stunde für gerechtfertigt erachten. Diese Leistungen wurden tatsächlich durch ihn erbracht. Notwendig wurde der zusätzliche Arbeitsaufwand und der Reflektor um € 20.- + MwSt. aber nur durch die fehlerhafte Montage des Senders in Dölla durch wavenet/Kabelplus. Dieser Fehler lag nicht in unserem Bereich und darum werden wir auch nur das Equipment, also die Antenne und 1 Stunde Arbeitszeit für Fehlersuche und Lösung durch Herrn Weinstabl bezahlen.
Den Rest der Summe sollen sich die Vertragspartner Kabelplus und WS-Technik untereinander ausmachen.
Die Geschichte hat nur insoferne ein glückliches Ende, als die Verbindung endlich optimal ist.

Sonntag 14.7. rund um Mittag
Ich schreibe eine email an WS-Technik wegen der Rechnung und schicke sie auch an alle betroffenen Mitglieder in Aichau weiter. Es erreicht mich ein email von Herrn Ing. Weiß, gesendet um 12:12, worin er mich um meine Telefonnummer ersucht. Ich teile sie ihm um 12:20 mit und harre gespannt der Dinge. Seine email enthält eine Unzahl an Zeilenumschaltern und aber auch einen netten Spruch oberhalb der mächtigen vCard:
SAVE PAPER - THINK BEFORE YOU PRINT
Das gefällt mir. Mir fällt dazu nur ein: SAVE TIME - READ AND THINK BEFORE YOU SCRIBE OR SPEEK
Ich rufe gegen 12:53 die Mobilnummer seiner vCard an, weil sich bisher nichts getan hat, erreiche aber nur die Sprachbox, oder doch die Mailbox? Ich spreche nur in Notfällen auf solche Boxen und will nicht weiter stören, vielleicht nimmt er gerade sein Mittagsmahl ein.

Montag 15.7.
Die Mittagsglocke ist wieder einmal verklungen, das Internet funktioniert bestens, alles paletti.
Herr Ing. Weiß hat sich bisher nicht gerührt.
WWW Wir warten weiter
Gegen 16:30 besucht mich Franz, wir trinken gemeinsam Bier und ich gebe ihm die Rechnung von WS-Technik, besprechen sie und mein email darüber, das er "natürlich" noch nicht gelesen hat. Franz hat es wie üblich eilig. Keine 2 Minuten später ruft mich Herr Ing. Weiß wegen der Rechnung an. Das Gespräch hat dann fast eine halbe Stunde gedauert und unsere kontroversiellen Standpunkte führten nach gegenseitiger Erzählung unserer leidvollen Erfahrungen mit Kabelplus zu einer Einigung. Wir bekommen eine neue Rechnung über die NanoBridgeM5 inklusive Reflektor und 3 Stunden Arbeitszeit. Alles in allem ein fairer deal.
Über unsere Unterhaltung zu Kabelplus breiten wir lieber das Leichentuch des Schweigens, aber ein paar kleine Splitter daraus möchte ich schon veröffentlichen, ohne Gefahr zu laufen, gerichtlich belangt zu werden.
Herr Weiß hatte wegen unseres Problems Gespräche mit der Geschäftsführung und fragte mich, ob sich ein Herr Halbwachs bei mir gerührt hätte. Nein, ich bin nur bis zum Sedond Level und zu Herrn Kordic vorgedrungen.
Wir sind die Vertragspartner von Kabelplus, nicht seine Firma, daher könne er auch nicht wegen der aufgelaufenen Kosten regressieren, sondern nur wir. Da freue ich mich schon drauf! Er wäre auch gerne bereit, mit mir und anderen Kunden in die Zentrale zu fahren, damit die dortigen Herren in den oberen Etagen einmal mit den Niederungen der täglichen Arbeit und dem damit verbundenen Frust konfrontiert würden. Anfangs bin ich ja sehr interessiert, aber angesichts der zu erwartenden Aussichtslosigkeit winke ich ab. Dann erzählt er mir noch eine Geschichte über Maria Laach. Diese Geschichte würde hier wirklich zu weit führen. Sie ist vermutlich eines der vielen Ruhmesblätter, mit denen die Chefetagen von Kabelplus tapeziert sind.
Nach langem Hin und Her erzähle ich ihm noch von Kernstock in Payerstetten, der liegt zwar auch in Mitteleuropa, aber internetmäßig am berühmten A der Welt. Er wird ihn kontaktieren und sich die Verbindung über den Gasthof Hirsch und den arbeitslosen Sender in Dölla ansehen. Als Referenz brauche er nur zu sagen: "Da Intanet-Koarl aus Aicha schickt mi".
Und das alles nach dem bisher Erlebten. Habe ich einen Hang zum Märtyrer?

Dienstag 16.7.
Heute vormittag war wieder einmal Anna Maria bei mir und hat mir einen Gutschein über € 10,- von WS gegeben. Den hat sie irgendwann gewonnen. Gültig bis Ende 2013.
Sie hat mein email über die Rechnung gelesen und gemeint, ob wir den vielleicht irgendwie einlösen könnten. Das ist ja wirklich entzückend.
Um 10:42 schreibe ich eine email an Kernstock wegen ihrer Internetanbindung und dass ich Herrn Weiß darauf angesetzt habe. Petra bedankt sich um 12:32, Andreas um 14:07 "Herr Weiss hat sich bei mir schon gemeldet. Danke" Herr Weiß schreibt mir um 16:53 als Antwort auf meine email an den "Kundenservice" bei Kabelplus: Kernsatz: "Als Entschädigung für die durch ihr Unternehmen verursachten Probleme und Mehrkosten und quasi als Beratungshonorar würde ich vorschlagen, dass wir zusätzlich zu den ausgelobten 3 Freimonaten bis Ende 2014 freigehalten werden und die nächste Rechnung erst Jänner 2015 gelegt wird."
Bin schon gespannt, wie die Sache ausgehen wird.
"Die Wege des Internet sind unergründlich – Danke für den Tipp mit der Fa. Kernstock – habe Herrn Kernstock heute kontaktiert und wir werden eine Lösung versuchen!"
So schnell gehen die Wege am Land!
Ich wünsche euch allen miteinander viel Glück.

Am Abend fahre ich wieder einmal zum Hirsch, um die Relaisstation für Kernstock und Payerstetten zu besprechen. Hedwig schocke ich mit der Meldung, dass die Trauerweide vor dem Haus wegen der Verbindung trotz ihrer energetischen Kräfte geopfert werden müsste. Ich kann sie aus ihrer anfänglichen Bestürzung beruhigen, Karl ist manchmal ein Schalk.
Im Laufe des Abends kommen manche vorüber und ich verwickle sie in Gespräche über das Internet und die aktuellen Verbindungsgeschwindigkeiten. Als eine mögliche Ansprechperson kristallisiert sich ein Herr Kernstock aus Lohsdorf (sic!) heraus. Der könnte Interesse haben. Vielleicht wird doch noch was aus unserem lokalen "Funkfeuer"!

Im Laufe der Woche rufe ich bei Kernstock in Lohsdorf an, selbstverständlich meldet sich die Herrin des Hauses. Anrufzeit nach der Stallarbeit und nach dem Wetter nach der Zeit im Bild. Nach kurzer Darstellung meiner Frage wegen der Internetverbindung übergibt sie den Hörer an ihren Mann. Ich meine noch gehört zu haben: "Da Weixhofa Koarl wengan Intanet". Kann ich mir aber auch nur eingebildet haben. Nach neuerlicher Erklärung stellt sich heraus, dass er über 07413 ausreichend versorgt wäre, welche Geschwindigkeit könne er mir aus dem Stand auch nicht sagen, aber er ist zufrieden. Operation Funkfeuer also abgesagt.

Samstag 20.7.
Wieder einmal Treffpunkt Kernstock. Andreas ist mit Sohn Andreas auch dort und teilt mir mit, dass eine neue Rechnung von Weiß WS-Technik bei ihm eingelangt wäre. Aha. Franz war mit Stefan im Wald und daher nicht "im Büro", wie es bei uns so umgangssprachlich heißt. Mein Bruder Franz ist der Kassier und somit Finanzminister und für den schnöden Mammon zuständig.

Herrn Weiß habe ich mitgeteilt, dass wir als Netzdorf durchaus bereit wären, Rechnungen per email als pdf zu akzeptieren und ihm meine emailadresse und die von Franz mitgeteilt. Er vertraut lieber der gelben Schneckenpost ohne Einschreiben und damit Nachverfolgbarkeit. Und solche Firmen wollen Internet verbreiten oder gar verkaufen?
Von Joe erfahre ich, dass Hausherr Kernstock mitsamt Familie auf Urlaub weilt.
Das schnelle Internet muss also wieder weiter warten. WWW.
Der Vollständigkeit halber: Wavenet/Kabelplus hat sich bezüglich meiner vorgeschlagenen Verrechnung noch nicht gerührt, wäre aber auch wirklich verwunderlich gewesen.

Mittwoch 24.7. email an Weiß und den Kundenservice von Kabelplus:
Obmann Andreas und Kassier Franz haben sich noch nicht getroffen, wegen der neuen Rechnung von Weiß und so. Ich rufe Franz an, weil ich gerade das Schreiben von Kabelplus zu den Installationsbedingungen gelesen habe. Er hat die Rechnung eh noch nicht und daher auch nicht eingezahlt. Aichau ist ja ein wirklich großes Dorf. Darauf sage ich, warte, ich habe da gerade was gelesen und "muss" noch was schreiben an Weiß und Kabelplus.
Hier steht es:
Im Schreiben von Kabelplus, datiert vom 30.4.2013 steht unter anderem:
2. Termin für neues Empfangsequipment:
Wir bitten Sie um Kontaktaufnahme mit nachfolgend angeführter Partnerfirma:
Firma: WS-t@chn.ic
Ansprechpartner, Telefonnummer und emailadresse sind auch angegeben.
Diese fixiert mit Ihnen einen Termin und tauscht ihr altes Modem (inkl. Antenne) gegen ein neues, modernes Empfangsgerät aus. Die Montage des neuen Empfangsgerätes durch unseren Partner ist kostenlos. Die einmaligen Kosten für Ihre neue Hardware, oder auch Änderungswünsche, die über die Standardinstallation* hinausgehen, verrechnet er direkt mit Ihnen.

*Standardinstallation:
- Montage auf bestehender Antennenhalterung
- Lieferung und Montage eines CAT 5 Kabels bis zu einer Länge von 10 m
- Die Erbringung darüber hinausgehender Leistungen (z.B. Lieferung und Montage einer Antennenhalterung, Antennenstandortverlegung, PC/Router Konfiguration, LAN Verkabelung, längere Zuleitung, Stromkabelverlegung...) muss zwischen Partner und Kunden direkt vereinbart werden.

Die aufgetretenen Probleme sind schon ausführlich dokumentiert: http://www.aichau.net/aichauneu/index.php/geschichten/karl-s-hyde-park-corner und dann unter Die Leiden des Karl und am Montag 15.7. nachlesbar.
Zu den Abweichungen der *Standardinstallation:
Die Montage der NanoStaionM5 war schon erfolgt, eine Montage am ursprünglichen Standort wäre wesentlich schwieriger und zeitaufwändiger gewesen. Die Standortverlegung erfolgte durch den Kunden.
Leider lag das Verbindungsproblem in der Verantwortung von Kabelplus durch die mangelhafte Montage des Senders durch deren Mitarbeiter.
Es wurde kein längeres CAT 5 Kabel gebraucht.
Es gab nur kurzfristige Probleme mit der Konfiguration des Routers, für die wir gerne 1 Arbeitsstunde bezahlen.

Wie aus dem oben zitierten Schreiben hervorgeht, sind also doch Kabelplus und WS-t@chn.ic Partnerfirmen. Warum sollte sich der Kunde mit Kabelplus wegen der aufgetretenen Installationsprobleme herumplagen und Kosten bezahlen, die nicht durch ihn verursacht wurden?

Mit freundlichen Grüßen
Karl Walchshofer für Wassergenossenschaft Aichau, Kundennummer 144352

25.7.
Ich treffe Franz bei Helga. Er hat die Rechnung von WS-t@chn.ic noch nicht erhalten.
26.7.
Julia, die Tochter von Andreas bringt mir die oben schon erwähnte neue Rechnung. Sie hat ein gelbes Leiberl an und ich denke schon, die Post bringt mir die Tonerkartuschen von meiner Amazonbestellung.
Zahlweise: Rechnung
Prompt nach Rechnungserhalt
Rechnungsdatum 24.6.2013
Am Kuvert ein blassblauer Stempel der Österreichischen Post AG
Bar freigemacht/Postage paid 3380 Pöchlarn Österreich/Austria. Kein Datum.DonQuixote

Weder Herr Weiß, noch der "Kundenservice" von Kabelplus hat sich auf meine email vom Mittwoch gerührt.
Ich erinnere mich an das Telefonat mit Herrn Weiß, in dem ich die 3 Stunden Arbeitszeit ausverhandelt habe und denke mir, bevor du zum Don Quixote wirst, gibst halt auf, hältst dein Wort und dann den Mund.
Auch Don Quixote hat den Kampf gegen die Windmühlen nicht gewonnen.
29.7. Montag
email von Weiß: "Das wurde telefonisch mit Eurem Obmann bereits geklärt! Bitte beim Obmann Rücksprache halten! mfg"
Ich schreibe ihm zurück: "Wir haben uns am letzten Samstag schon besprochen. Die zuletzt gelegte Rechnung wird bezahlt." MfG